10_2015 - 03_2016

dienstpost promo

Inneramtliche Dienstpost

Arbeiten auf Papier, Acryl, Tusche, Öl

Universität Augsburg, Präsidiumsgebäude

Universitätsstraße 2, Gebäude A

Montag - Freitag (8.00 Uhr - 18.00 Uhr)

verlängert bis 31. März 2016

http://www.presse.uni-augsburg.de/unipressedienst/2015/okt-dez/2015_148/

Die braunen Umschläge, in denen innerhalb der Universität Post verschickt wird, gehören zum Arbeitsalltag von Christine Reiter, die in der Universitätsbibliothek arbeitet. Allerdings ist sie seit 1998 auch künstlerisch in den Bereichen Malerei, Fotografie und Plastik tätig. Die Autodidaktin wurde bereits mit dem Kunstpreis der Künstlervereinigung „Die Ecke“ sowie im Rahmen der 29. Schwäbischen Grafikausstellung mit dem Bürgerförderpreis der Stadt Senden ausgezeichnet. So verwundert es nicht, dass sie vor zwei Jahren durch die Dienstpostumschläge, die tagtäglich durch ihre Hände gehen, inspiriert wurde. „Diese Kuverts erzählen eine eigene Geschichte von ihrem Weg durch die Universität“, erzählt Reiter ihre Begeisterung für die braunen Kuverts.

Angeregt durch die vielen Eintragungen, ob handschriftlich, gestempelt oder gedruckt, fügt Christine Reiter ihre Malerei in Acryl, Tusche und Öl hinzu. In den meisten Fällen reduziert sie den Dialog der Personen, die ihre Spuren hinterlassen haben, aufs Allernötigste. Erkennbar bleibt die standardisierte Tabellenform auf braunem Karton, hier und da ein Textfragment. Reiter fügt ihrerseits Begriffe oder Kürzel hinzu: Worte aus dem Sprachschatz jeder öffentlichen Verwaltung. Was sich als Malerei auf der Fläche abspielt, hat allenfalls noch einen spontanen, fröhlichen Bezug zu diesen Begriffen und ist in keiner Weise inhaltlich gebunden. Flächen und Linien ergeben sich intuitiv als Reaktion auf das Vorhandene, beeinflusst durch tägliche Seherlebnisse und persönliche Empfindungen.

Da die Universität die alte Heimat der Dienstpostumschläge und jetzt auch deren Ausstellungsort ist, stellt die Kunstwerke von Christine Reiter in einen besonderen Zusammenhang. „Für mich selbst ist die inneramtliche Dienstpost ein Stück liebgewonnener Uni-Alltag. Hier durch eine neue – künstlerische – Verwendung auch eine neue Sichtweise zu schaffen, finde ich sehr spannend“, meint die Künstlerin.